Diskussion über einen Versuch zur Aufhebung der kategorialen Unterscheidung von Homosexualität und Heterosexualität sowie über das moralische Problem der Kirche.
Am Mittwoch, dem 9. April 2008, findet um 19 Uhr ein Gesprächsaustausch in der Kölner Karl-Rahner-Akademie, Jabachstraße 4-8, zum Schwerpunkt Homosexualität statt. Die Leitung hat Regina Ammicht Quinn übernommen, Professorin für theologische Ethik an der Uni Tübingen.
In ihren Thesen wehrt sich Prof. Quinn gegen die Verwendung einer geschlossenen Kategorie der “Homosexualität”, da diese Unterteilung stets einen Vergleich mit einer “normalen” Mehrheit nach sich zöge. Diese Legitimierung in ihrer biologischen Klassifizierung müsse Homosexualität nicht notwendigerweise erbringen. Quinn verweist auch darauf, dass die Unterscheidung nach Homosexualität und Heterosexualität erst ein Produkt des 19. Jahrhunderts ist.
Die Wissenschaftlerin spricht sich vielmehr für die Erweiterung jener kulturell bedingten Ordnungsversuche aus, um das Problem dualistisch konstruierter Identitäten zu umgehen. Mit einem Verweis auf kirchliche Moral- und Ethikvorstellungen hebt sie weiterhin hervor, dass Sexualität nicht mit dem Faktor Fruchtbarkeit legitimiert sein sollte, sondern auch gleichgeschlechtliche Sexualität jenseits der biologischen Funktion für eine Gesellschaft “fruchtbar” sein kann und nicht per se in die “Sündenschublade” gesteckt werden müsse.
Einen interessanten Einblick in ihre Thesen gibt das Interview des Kölner Stadt-Anzeigers mit Prof. Quinn.
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