CSD Leipzig heilt Homophobie

Nach wie vor sind Schwule, Lesben und Transgender alltäglichen Diskriminierungen ausgesetzt, erfahren Abwertung und Ausgrenzung oder sind Opfer von vorurteilsmotivierter Gewalt. Die Ursache für diese Misstände liegen meist in sexistischem und homophoben Denken begründet. Dieses zu ändern hat sich vom 4. bis 12. Juli der CSD in Leipzig in diesem Jahr zum Ziel gesetzt und steht deshalb unter dem Motto “Homophobie ist heilbar!”.

Bemerkenswert ist, dass das Leipziger Motto gerade in einer bundesweiten Internetumfrage mit deutlichem Vorsprung zum schönsten CSD-Motto 2009 gewählt wurde. “Wir freuen uns sehr über dieses Abstimmungsergebnis und fühlen uns in unserer politischen Ausrichtung des CSD in Leipzig bestätigt. 40 Jahre nach “Stonewall” ist es Zeit, den CSD-Schwerpunkt wieder mehr auf inhaltliche Diskussionen zu legen, denn es gibt noch vieles zu verändern – vor allem in den Köpfen!” sagt Dirk Bockelmann, Pressesprecher des CSD in Leipzig.

Die Leipziger CSD-Woche findet in diesem Jahr vom 4. bis zum 12. Juli statt und bietet ein buntes Programm aus politischen und kulturellen Veranstaltungen sowie einzigartigen Parties. Dass homophobe Einstellungen tatsächlich geändert werden können, zeigt die gerade im gesamten Leipziger Stadtgebiet gehängte Plakatkampagne gegen Homophobie, die den/die Betrachter/in mit seinen versteckten Vorurteilen zu konfrontiert und zum Nach- bzw. Umdenken anregt.

Am 4.7. startet die “Eröffnungsparty des Leipziger CSD” in der Frauenkultur um 20:30 Uhr mit einem Konzert der Kieler Frauenband freihändig”, die sich durch ein facettenreiches Programm – von englischen Balladen, über deutsche Rocksongs bis hin zu Ohrwürmern auszeichnen. Anschließend startet die große Party für Menschen aller sexuellen Orientierungen. An den Reglern stehen DJane SUE & DJane Natalie und bieten Musik que(e)rbeet durch die Musiklandschaft.

Eine besonders hervorzuhebende Veranstaltung der CSD-Woche ist am 6.7. um 17:00 Uhr das von der Gruppe “Homosexuelle und Kirche” gestaltete “Montagsgebet in der Nikolaikirche” , welches passend zum 20. Jahrestag der entscheidenden Ereignissen im Herbst 1989 die Situation homosexueller Menschen damals (vor der Wende) und heute thematisiert. Eine Veranstaltung mit Musik – offen für alle, auch diejenigen, die noch nie zuvor in einer Kirche waren!

Ein Veranstaltung mit hoher aktueller politischer Brisanz ist die Veranstaltung “Schwule (&) Nazis”, die am Dienstag, den 7.7. um 19:30 Uhr, im Neuen Rathaus stattfindet und das widersprüchliche und heikle Verhältnis zwischen Rechtsextremismus und männlicher Homosexualität thematisiert. Schwule waren und sind aufgrund ihres Status als gesellschaftlich geschmähte Minderheit eine attraktive Opfergruppe, aber im historischen deutschen Faschismus und auch in der neuzeitlichen Neonazi-Szene gab es auch immer wieder schwule Täter.

In der erklärten Sportstadt Leipzig darf natürlich auch eine Veranstaltung zu “Homophobie im Breiten- und Spitzensport” nicht fehlen. Zusammen mit Ex-Fussballnationalspielerin Anouschka Bernhard (Hertha BSC) und einem Vertreter eines schwulen Fanprojektes aus Stuttgart soll am 8.7. um 18.00 Uhr im Neuen Rathaus geklärt werden, ob ein Outing für viele Spitzensportler und Sportlerinnen immer noch das Karriere-Aus bedeutet und ob Breitensportler gar Anfeindungen und Gewalt erleben.

Etwas Entspannung bietet der CSD am Freitag, dem 10.7., wo ab 16:00 Uhr die beliebten “RosaSpiele auf der grünen Wiese” im Clara-Zetkin-Park vor dem BSV AOK-Sportgelände stattfinden, das alljährliche Grill- und Sportfest der Aids-Hilfe Leipzig und des Sportclubs RosaLöwen. Danach ab 20:00 Uhr kommen die Freundinnen und Freunde des Standard- und lateinamerikanischen Tanzes in Leipzig voll auf ihre Kosten, wenn der “Leipziger schwule Frauenball” stattfindet, bei dem im wunderschönen Ambiente des Leipziger Ringcafés Rumba, Tango und Walzer getanzt werden kann.

Ein “Muss” für alle, die das CSD-Motto “Homophobie ist heilbar!” praktisch umsetzen wollen, ist die Teilnahme an der großen “CSD-Demonstration” am 11.7. mit Treffpunkt ab 13:00 Uhr im Nikolaikirchhof, auf dem sich die LesBiSchwulen Vereine, Parteien, Initiativen und andere Leipziger Institutionen vorstellen. Heiko Rosenthal, Bürgermeister für Umwelt, Ordnung und Sport wird als Schirmherr des diesjährigen CSD in Leipzig um 14 Uhr die Demonstration offiziell eröffnen. Als weitere politische Gäste werden Monika, Lazar, Barbara Höll, Gernot Borris, Gisela Kallenbach, Holger Krahmer, Constanze Krehl und Michael Weichert erwartet.

Vom Nikolaikirchhof aus geht die Demo dann gegen 15 Uhr “queer” durch die Leipziger Innenstadt mit Stationen auf dem Markt, der Moritzbastei und dem neuen Rathaus, wo die Regenbogenflagge erstmals offiziell “vor” dem Rathaus und nicht wie in den vergangenen Jahren nur dahinter” gehisst wird.

Am Endpunkt der Demo am Eingang der Münzgasse startet gegen 16:30 Uhr der “Bunter Demoausklang”, ein buntes Kulturprogramm, präsentiert von “WIWA-Show” – dem beliebten Comedyduo aus Leipzig, bei dem u.a. Miss Chantal (Dresdner Revue Theater Carte Blanche) und “DAS KLEINE MISTSTÜCK” – Die Rosenstolz Show mit Vivien den Festplatz zum Kochen bringen werden.

Direkt im Anschluss beginnt ab 22:00 Uhr der “Prideball”, die Megaparty, zu der jährlich über 1.300 Gäste aus allen Himmelsrichtungen pilgern. Nach dem großen Erfolg in 2008 werden wieder die Türen des Spiegelzeltes in der Kongresshalle am Zoo geöffnet. Absoluter Headliner des Abends ist der internationale Star-DJ und Producer Jean Philips. Desweiteren bieten Kenny Dee & GinaTonic aus dem großartigen Berliner SchwuZ MADONNAMANIA” und für den passenden Support sorgt Leipzigs Party Host Miss Mandy Cleenex.

Inhaltsquelle: Dirk Bockelmann
Bildquelle: (cc)
Markus Merz

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2 Rückmeldungen zu “CSD Leipzig heilt Homophobie”

  1. GAYS.DE 29. Jun 2009 at 18:05 #

    Bewusst provokant: Plakatkampagne gegen Homophobie

    Eine sehr schöne Aktion in Leipzig! Einfach – aber eine klare Aussage! Das dürfte jeder verstehen….

  2. homonauten.de 24. Jun 2009 at 11:03 #

    New blog post: CSD Leipzig heilt Homophobie http://bit.ly/lVVRT

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