Der Dokumentarfilm "A Jihad for Love" des Regisseurs Parvez Sharma zeigt, wie homosexuelle Muslime die Gegensätze zwischen Religion und Sexualität miteinander vereinbaren. Er ist ein Beitrag auf der Berlinale 2008 und bewirbt sich in der Rubrik Panorama Dokumente um den Goldenen Bären sowie um den lesbisch-schwulen Teddy Award.
Sharma recherchierte knapp sechs Jahre lang und sprach mit Schwulen und Lesben aus unterschiedlichen muslimischen Ländern. Vor allem in Staaten, in denen Homosexualität ein Tabu darstellt, ist das Leben von lesbischen und schwulen Muslimen stark eingeschränkt. Einige von ihnen sind gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, weil sie aufgrund ihrer Sexualität verfolgt werden.
Der Titel des Filmes scheint zu provozieren, wird doch "Jihad" oder "Dschihad" in der westlichen Kultur ausschließlich mit dem "heiligen Krieg" verbunden. Er steht in der islamischen Tradition aber auch für einen spirituellen, inneren Kampf in einem selbst. Und dieser Kampf ist es, den die Protagonisten des Films mit sich selbst führen und der uns Betrachtern näher gebracht wird. Obwohl mache Menschen aufgrund ihrer Sexualität nur im Verborgenen frei leben können, sind sie doch voller Hoffnung und im Einklang mit ihren religiösen Überzeugungen.
Die Dokumentation ist keine Anklage gegenüber dem Islam, sondern versucht vielmehr, dessen vielschichtige und facettenreiche Welten zu repräsentieren. Alle Menschen, darunter sowohl Sunniten als auch Schiiten, verbindet die intensive und absolute Hingabe an ihren Glauben.
Der Regisseur kommentiert in seinem Weblog täglich die Reaktionen auf seinen Film und lädt zum Gedankenaustausch ein. Ein Interview mit ihm hat beispielsweise die Zeit Online geführt.


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