In Kooperation mit dem Fachbereich Soziale Arbeit.Medien.Kultur wird am Sexualpädagogischen Zentrum Merseburg das deutschlandweit einzige Studienangebot in den angewandten Sexualwissenschaften angeboten. So individuell und privat Menschen ihre Sexualität und Partnerschaft leben, so wichtig ist die wissenschaftliche Analyse der sexuellen Verhältnisse zur Wahrung und Durchsetzung sexueller und reproduktiver Selbstbestimmung und damit verbundener Rechte. Das Sexualpädagogische Zentrum Merseburg versteht sich als mitteldeutsches Komptenzzentrum für Fragen rund um Sexualwissenschaft, Sexualpädagogik und Familienplanung.
In diesem deutschlandweit einmaligen Masterstudiengang werden die Studenten für Berufsfelder ausgebildet, in denen die Sexualität des Menschen in all ihren individuellen, interpersonellen und gesellschaftlichen Bezügen Gegenstand fachlichen Handelns sein kann. Das sind vor allem psychosoziale, pädagogische und medizinisch-klinische Arbeitsgebiete, aber auch gesellschaftspolitische, juristisch-kriminologische oder kulturelle Berufsfelder.
Das Studium baut auf einem ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss in Sozialer Arbeit/Sozialpädagogik oder einem erfolgreich abgeschlossenen humanwissenschaftlichen Hochschulstudiums mit nachgewiesenen sozialarbeiterischen/sozialpädagogischen Grundkompetenzen auf und vermittelt multidisziplinäre Grundlagen zur Sexualität des Menschen, zu Reproduktion und partnerschaftlich-familialen Lebensweisen. Hintergrund ist ein Verständnis dieser essenziellen Lebensbereiche in einer sich wandelnden Welt, dass von der Anerkennung und notwendigen Sicherung des Rechtes jedes Menschen auf sexuelle und reproduktive Gesundheit und Selbstbestimmung ausgeht.
Damit stellt sich der Studiengang mit seinen Zielen und seinem inhaltlichen Selbstverständnis bewusst in den Kontext der internationalen und nationalen Debatten und Dokumente, die das Recht auf sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung zu einem allgemeinen Menschenrecht erheben (u.a. UN-Konferenz für Bevölkerung und Entwicklung in Kairo 1994, IPPF- Charta 2000, Resolution des Europarates 2008). Die Umsetzung dieses Rechtes ist eine Herausforderung in vielfältigen sozialen, pädagogischen, beraterisch-therapeutischen, wissenschaftlichen und politischen Handlungsfeldern.
Als Absolvent dieses Studiengangs liegen die Berufschancen auf drei Ebenen:
- In den Berufsfeldern unter dem Dach des Schwangerschaftskonfliktgesetzes, in Ehe-, Lebens- und Familienberatung, Aids-Hilfen, Kinderschutzdiensten, Gesundheitsämtern bis hin zu speziellen sozial- und medienpädagogischen Arbeitsfeldern.
- Im Bereich der Wissenschaft selbst sowie in den verschiedenen Arbeitsfeldern des höheren öffentlichen Dienstes, relevanten Verbänden und Trägern von Beratungs-, Sozial- und Gesundheitseinrichtungen (Leitungsaufgaben).
- In allen sozialpädagogischen Arbeitsfeldern (z. B. der Heim-, Behindertenpädagogik, der Schulsozialarbeit usw.), in denen die Absolventen gefragte Spezialisten sind.
“Dass manche beim Titel dieses Fachs anfangen zu kichern oder anzügliche Witze reißen, ist typisch”, so der Leiter des Studiengangs Prof. Harald Stumpe. “Denn offen über Sex zu reden, ist auch heute noch ein Tabu.” Auf sensible Weise lernen die Studenten mit gesellschaftlichen, politischen und rechtlichen Fragen der Sexualität umzugehen und kompetent beraten zu können. Die gleichgeschlechtliche Ehe homosexueller Paare sowie Sexualität im Alter sind noch längst nicht vollumfänglich akzeptiert.
Eine Bewerbung zum Studiengang “Angewandte Sexualwissenschaft – Bildung und Beratung im Kontext von Familienplanung, Partnerschaft und Sexualität” ist noch bis zum 15. Juli 2009 möglich. Hierzu ist es notwendig, den Antrag auf Immatrikulation unter www.hs-merseburg.de
herunterzuladen.
Inhaltsquelle: © HS Merseburg, Harald Stumpe
Bildquelle: (cc) depone


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