Die Akademie der Künste erwarb den Nachlass des Autors, Filmemachers und Performers Gino Hahnemann. Gino war eine wichtige Person der DDR Literatur- und Schwulenszene.
Das Archiv wird mit einer Ausstellung in Weimar eröffnet, in deren Zentrum unbekannte Dokumente und Fotos aus seinem Nachlass stehen.
Hahnemann wurde 1946 in Jena geboren. Er studierte in Weimar Architektur und arbeitete einige Jahre unter Hermann Henselmann als Architekt. Danach arbeitete er als freier Bühnenbildner, Aktionskünstler, Super-8-Filmemacher und Fotograf. In der DDR-Literatur gilt Hahnemann als einer der ersten, der die schwule Erfahrung in die Literatur des Landes eingeschrieben hat.
Sowohl in der DDR als auch nach der Wende fühlte sich Hahnemann dem künstlerischen „Untergrund“ zugehörig. Vor 1989 publizierte er fast ausschließlich in Untergrundzeitschriften wie dem „Schaden“ und der von Andreas Koziol und Rainer Schedlinski herausgegebenen Ariadnefabrik. Nach 1989 erhielt er eine Reihe von Stipendien des Senats von Berlin, der Akademie Schloss Solitude Stuttgart, das Alfred-Döblin-Stipendium der Berliner Akademie der Künste und das der Villa Massimo in Rom. Hahnemann starb am 17. April 2006 in Berlin.
Die Berliner Akademie der Künste übernahm den künstlerischen Nachlass des Schriftstellers und Filmemachers Gino Hahnemann. Das Material dokumentiere die kreative und subversive Literatur- und Kunstszene, die sich in den 80-er Jahren in der DDR entfaltet habe, erklärte die Akademie.
Teile des Nachlasses werden vom 17. Oktober an in Weimar in der Ausstellung “Im Fluchtrausch” präsentiert.
Galerie Peregrini
Obere Schloßgasse 2
99423 Weimar


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