Juli 31, 2008

Bessere Musik – bessere Parties

Unser Autor Tobias wundert sich, warum auf Parties der queeren Community ein ewig gleicher Musikgeschmack bedient wird. Ein Plädoyer für mehr musikalische Experimente.

Lieber DJ, liebe DJane, ich weiß, du hast es nicht immer einfach. Du musst dafür sorgen, dass die Party so richtig zum Kracher wird, dass die Leute feiern, Spaß haben und den Dancefloor zum kochen bringen. Das erwarten schließlich die Veranstalter – und die Gäste natürlich auch, denn der Sinn einer Party besteht doch nicht darin, von dir ein langweiliges Hintergrundrauschen geboten zu bekommen. Nein. Du bist der Partygott und lässt die Leute nach deiner Musik tanzen.

Aber warum, bitte schön, kommst du dann so selten über die musikalischen Klischees hinaus? Warum bestehen viele deiner Parties aus dem ewig gleichen und drögen Village People-Rosenstolz-Schlager-Black Music-Verschnitt? Hey, genau so bunt und vielseitig interessiert wie du sind auch deine Gäste. Gut, ich möchte hier nicht meinen eigenen Musikgeschmack über den meiner Mitmenschen erheben, aber ein bischen Offenheit und Mut zum musikalischen Experiment würde bestimmt nicht schaden. Dann wäre das Alter deiner Gäste nicht mehr das einzige, was sich im Laufe der Zeit ändert.

Wie wäre es denn zum Beispiel mit der schwedischen Band Slagsmålsklubben? Die Jungs sind alle Jahrgang ’83, wohnen in Berlin und produzieren quäkende Sounds im Stil alter Spielekonsolen-Klänge. Das ganze hört sich an wie ein quirliger Kampf zwischen Super-Mario und seinem Endgegner, ist vielleicht nicht unbedingt zum gemütlichen Hören am heimischen Frühstückstisch geeignet, hinterlässt auf Parties aber einfach nur einen gigantischen Wirbel aus Verblüffung, Schweiß und Euphorie.

Na, noch Fragen? ;-)
Euer Tobias

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