Juni 22, 2010

CSD Leipzig: Homophobie ist heilbar

Die CSD-Woche in Leipzig glänzt mit einer bunten Programmvielfalt. Unter dem neu aufgelegten Motto „Homophobie ist heilbar“ warten über 30 Veranstaltungen auf die Teilnehmer. Es gibt politische Veranstaltungen, Lesungen, Filmvorführungen, Konzerte, Theaterveranstaltungen und natürlich auch diverse Parties, so dass für jeden Geschmack etwas dabei sein wird. Wir stellen die Highlights der Leipziger CSD-Woche vor.

Auch in diesem Jahr sucht der CSD Leipzig nach Wegen, um homophoben Einstellungen zu begegnen, sie zu thematisieren und zu verändern. Dafür steht auch das Motto “Homophobie ist heilbar”, das im letzten Jahr in einer bundesweiten Internetumfrage zum besten CSD-Motto gewählt wurde.

Das CSD-Programm

Am 9.7. startet die “Eröffnungsparty des Leipziger CSD” in der Frauenkultur um 20:30 Uhr mit einem Konzert der Singer/Songwriterin Susi Koch, der es in ihren deutschsprachigen Liedern gelingt, schwache Momente mit starker Stimme zu zähmen oder auf fast zerbrechliche Art von großen Gefühlen zu singen. Anschließend startet die große Party für Menschen aller sexuellen Orientierungen. An den Reglern stehen die DJanes: Wendbriel (Halle) sowie Maria & Cindy Fox(Leipzig) und bieten Musik que(e)rbeet durch die Musiklandschaft.

Besonders aktuell – nur einen Tag nach dem Endspiel der Fußball-WM – findet am 12.7. die Veranstaltung “Homophobie im Sport” statt. Haben sich auch bei der WM wieder Schiedsrichter und Spieler schwulenfeindliche Witze und Beschimpfungen von der Bühne und auf dem Platz anhören müssen? Wie reagieren sie und das Umfeld darauf? Welche Konsequenzen hätte ein Eintreten gegen Homophobie im Stadion? Mit diesen und anderen Fragen wird sich ab 19 Uhr bei einer Podiumsdiskussion im Ratsplenarsaal im Neuen Rathaus in Leipzig beschäftigt.

Einer beunruhigenden Entwicklung besonders auf Schulhöfen widmet sich die Podiumsdiskussion “Der neue Hass auf Homosexuelle”, die am 13.7. um 19:30 Uhr, im Zimmer 270 im Neuen Rathaus stattfindet. Politiker aus Bund, Land und Stadt diskutieren darüber, warum Schwule und Lesben trotz vermeintlich rechtlicher Gleichstellung immer wieder Verachtung und Aggression ausgesetzt sind, dass “schwul” und “Schwuchtel” heute die häufigsten Schimpfwörter auf dem Schulhof sind und was dagegen unternommen werden kann.

“Let’s talk about sex” heißt das Programm der Berliner Künstlerin und Autorin Bridge Markland, die am 15.7. um 20:15 Uhr in der Lehmanns Buchhandlung zusammen mit der Saxophonistin Nicola Lutz einen außergewöhnlichen Abend zwischen Sub- und Hochkultur verspricht. Mit Hilfe von Tanz, Theater, Performance, Cabaret und Erotik werden dabei mit Leichtigkeit alle Grenzen von Hetero- oder Homosexualität und aller festgeschriebenen Identitäten überschritten.

Etwas körperliche Entspannung bieten am Freitag, dem 16.7. ab 16:00 Uhr die “Lustspiele im Garten der Hilfe”, das alljährliche Grill- und Sportfest der AIDS-Hilfe in der Ossietzkystr. 18 in Leipzig. Jede/r ist eingeladen, bei Körperertüchtigungen der leichten Art Spaß zu haben, sein Glück bzw. Wissen am Glücksrad zu testen und am Kondomüberziehschnelligkeitswettbewerb teilzuhaben.

Die absoluten Höhepunkte dieser überaus bunten CSD-Woche bilden die große CSD-Demonstration und das anschließende Straßenfest am 17.7. auf dem Nikolaikirchhhof. Um 15 Uhr werden diese vom Schirmherrn des CSD in Leipzig, dem bekannte Comiczeichner Ralf König aus Köln, eröffnet. Wie immer stellen sich dort die LesBiSchwulen Vereine, Parteien, Initiativen und andere Leipziger Institutionen vor. Als politische Gäste werden u.a. Cornelia Ernst, Monika Lazar, Barbara Höll, Gisela Kallenbach und Michael Weichert erwartet.

Der Prideball

Den Abschluss der CSD-Woche bildet am 17.7. der Prideball im Alten Leipziger Stadtbad, Eutritzscher Str. 21, zu der die Szene bereits im siebten Jahr aus allen Himmelsrichtungen pilgern wird. Schon ab 21 Uhr beginnt die CSD-Abschlussparty mit dem Live-Act Taiga & Sirius losgeht, die einen stilistischen Spagat zwischen dem wilden Lauten und dem verspielten Leisen gekonnt mit Piano und souliger Stimme umsetzen. Danach wird auf 3 Floors und in 2 Lounges bis in die Morgendämmerung getanzt.

Erstmalig gibt es beim Prideball auch eine CSD-Sponsor’s-Lounge. Hier können die Spenderinnen und Spender des Leipziger CSD’s den Prideball in der einzigartigen Atmosphäre der orientalischen Sauna des Stadtbades genießen und werden dabei auch noch mit Speis und Trank verwöhnt. Diese auf max. 50 Stück streng limitierten Eintrittskarten, deren Erlös der Organisation der Leipziger CSD-Woche zugutekommt, gibt es zum Charity-Preis von 50 EUR online zu erwerben.

Natürlich gibt es auch eine ausführliche Detailübersicht über alle Veranstaltungen der Leipziger CSD-Woche.

Quelle: Dirk Bockelmann

Technorati-Tags: csd, , christopher-street-day, , schwule, lesbisch, bisexuelle, , , prideball, veranstaltung, , homonauten