Am 20. Januar 1984 trat der Untersuchungsausschuss der Kießling-Affäre zusammen. Angebliche Besuche in der Kölner Schwulenbar “Tom Tom” machten den deutschen Vier-Sterne-Gerneral und Nato-Oberbefehlshaber Günter Kießling zu einem Sicherheitsrisiko und endeten in einer Affäre.

Die Kießling-Affäre vor genau 25 Jahren war eine Kontroverse um die vorzeitige Verabschiedung des bundesdeutschen Vier-Sterne-Generals und damaligen stellvertretenden NATO-Oberbefehlshaber Günter Kießling, dem Homosexualität vorgeworfen wurde.
Homosexualität konnte ein Sicherheitsrisiko sein, zumindest nach den Richtlinien der Bundeswehr in den 80er-Jahren. Angebliche Besuche in einer Kölner Schwulenbar machten den deutschen Vier-Sterne-Gerneral und Nato-Oberbefehlshaber Günter Kießling zu einem solchen.
Im Jahr 1983 ging der Militärische Abschirmdienst (MAD) Behauptungen nach, General Kießling sei homosexuell und verkehre in Homosexuellenlokalen. Diese Erkenntnisse beruhten unter anderem auf Ermittlungen der Kölner Kriminalpolizei. In den Kneipen „TomTom“ und „Café Wüsten“ identifizierten mehrere Personen das Foto von Kießling als „Günter oder Jürgen, auf jeden Fall etwas mit ü, von der Bundeswehr“.
Bundesverteidigungsminister Manfred Wörner (CDU) reagierte prompt und sandte den General ohne übliche Bundeswehr-Ehren zum 31. Dezember 1983 in den Ruhestand. Als Beweis für die vermeintliche Homosexualität diente dem Minister ein Dossier des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) und oberflächlich recherchierte Aussagen aus der Kölner Schwulenszene.
Der Bundestag rief zur Klärung der Geschehnisse einen Untersuchungsausschuss ein, zumal sich die Vorwürfe gegen General Kießling nicht erhärteten und Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) persönlich seine Rehabilitierung veranlasste. Kießling wurde für kurze Zeit wieder in den aktiven Dienst und unmittelbar danach ehrenhaft mit dem Großen Zapfenstreich in den Ruhestand versetzt. Zum Jubiläum der Bundeswehr 1985 war Kießling jedoch als einziger Vier-Sterne-General nicht eingeladen.
Am 20. Januar 1984 konstituierte sich der Untersuchungsausschuss, in dessen Abschlussbericht die Grünen-Fraktion kritisierte, dass die Bewertung von Homosexualität als Sicherheitsrisiko nicht mehr zeitgemäß sei. Und auch die anderen Mitglieder pochten auf künftig stichhaltigere Hinweise für Sicherheitsermittlungen. Auch in der Öffentlichkeit hatte der Fall Kießling einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Vor allem Verteidigungsminister Wörner wurde heftig kritisiert.
(Quelle: Das Parlament, Wikipedia)


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