Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) veranstaltet am zentralen Denkmal in Berlin eine Gedenkfeier für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.

Am 27. Januar 2009, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, führt der LSVD am neuen Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin-Tiergarten eine Gedenkfeier durch. Bei der Veranstaltung wird der Historiker Andreas Pretzel eine Ansprache halten. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, Blumen und Kränze niederzulegen.
Die Nationalsozialisten hielten Homosexualität für eine „widernatürliche Veranlagung“, für eine den so genannten „Volkskörper“ schädigende „Seuche“, die „auszurotten“ sei. Schon kurz nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurden im März 1933 die schwulen und lesbischen Kneipen Berlins geschlossen worden. Die gesamte Infrastruktur der ersten deutschen Homosexuellenbewegung, Lokale, Vereine, Verlage und Zeitschriften wurden aufgelöst, zerschlagen und zerstört.
Im Herbst 1934 setzte die systematische Verfolgung homosexueller Männer ein. Über 100.000 Männer wurden polizeilich erfasst, rund 50.000 nach § 175 verurteilt. Etwa 10.000 schwule Männer wurden in Konzentrationslager verschleppt, mit dem „Rosa Winkel“ erniedrigt, bestialisch gefoltert. Viele von ihnen wurden zu Tode geschunden oder ermordet.
Zeitpunkt: 27. Januar 2009, 13 Uhr, am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen, Ebertstraße auf Höhe der Hannah-Arendt-Straße, Berlin-Tiergarten


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