August 28, 2009

Homo-Ehe in Albanien

Im Zuge der Annäherung an die EU will Albanien nach der Sommerpause des Parlaments die gleichgeschlechtliche Ehe legalisieren. Der 74-jährige Premierminister Sali Berisha überraschte mit dieser Gesetzesankündigung das politische Lager, gilt doch in dem muslimischen Land die Homosexualität noch nicht als gesellschaftlich akzeptiert und war bis 1995 sogar strafrechtlich verboten. Albanien übernimmt mit diesem Vorstoß die Vorreiterrolle der Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen auf dem Balkan.

Gleichwohl stößt die Initiative bei den mehr als 3 Millionen Einwohnern auf teilweise skeptische Reaktionen. Insbesondere von Vertretern der katholischen Kirche und den muslimischen Gemeinschaften sind Gegenreaktionen zu erwarten.

„Dies ist eine Schande, kein Gesetz!“ (Shkelqim Muca, Vorsitzender der muslimischen Gemeinschaft in Albanien)

Lesben und Schwule haben in den Ländern des Balkan einen niedrigen gesellschaftlichen Rückhalt. Bei Umfragen geben regelmäßig mehr als die Hälfte der befragten Homosexuellen an, bereits Opfer physischer und psychischer Gewalt geworden zu sein. Mehr als 80 % der Befragten gehen ihrer sexuellen Orientierung nur heimlich nach.

Bürgerrechtsgruppierungen bezeichnen die Vorlage des Premiers daher als einen wichtigen und überfälligen Schritt zur Emanzipation sowie zur Öffnung des Landes in Richtung EU. Tatsächlich scheint Brüssel auch den Ausschlag zum Kampf gegen die Diskriminierung von Minderheiten gegeben zu haben.

Inhaltsquelle: welt.de
Bildquelle: (cc)
philippe leroyer

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