Nachdem bereits der rechtskonservative Präsident Polens, Lech Kaczynski, mehrfach über die europaweiten Gleichstellungsprozesse der Homosexualität gegenüber der Heterosexualität ins Feld zog und eher durch Verbote als durch Anerkennung anderer Lebensweisen in Erscheinung trat, hat nun ein weiterer Minister seine offenkundige Homophobie kund getan.
Beim heutigen informellen Treffen des EU-Bildungsministerrates und während einer Diskussion über gemeinsame europäische Werte platzte dem stellvertretenden Premierminister Polens, Roman Giertych, der Kragen. Lautstark schimpfend zog er über jene europäischen Gesellschaften her, in denen bereits Elfjährige an die Homosexualität gewöhnt würden und Jugendliche an Demonstrationen teilnehmen dürften. Außerdem setzte er die Möglichkeit der Abtreibung mit einem “legalisierten Verbrechen” und “neuer Form der Barbarei” gleich.
Die Mehrzahl der anwesenden Minister reagierten aufgebracht gegen diese “fundamentalistischen Grundsätze”, die in die Welt gesetzt würden und nicht geteilt werden könnten und bezeichneten Giertychs Ausfälle als “intolerant und doktrinär”.
Wir meinen: Ihr knuffig-liebenswürdiges Aussehen und ihre damit verbundene positiv-einnehmende Aura sollten die Kaczynskis nutzen, um dezent ihre Minister zu tätscheln und der weit verbreiteten Homophobie entgegen zu wirken.
SWR3-Nachrichten


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