Homosexualität war in Indien bisher gesellschaftlich stark tabuisiert und gleichgeschlechtliche Handlungen de facto bis 2009 aufgrund eines Gesetzes aus dem Jahr 1860 strafbar. Allerdings zeichneten sich in den letzten Jahren insbesondere in den Großstädten und durch den Einfluss Bollywoods vermehrt Liberalisierungstendenzen ab. Am 2. Juli 2009 entschied nun der Oberste Gerichtshof in Neu-Delhi, dass der betroffene Paragraf 377 verfassungswidrig sei. Zukünftig sind in Indien gleichgeschlechtliche Handlungen zwischen Erwachsenen legal.
Die Reformbewegung zur Abschaffung des diskriminierenden Gesetzes war erfolgreich: Indien hat das Verbot der Homosexualität aufgehoben, da es gegen den Grundsatz der Gleichheit vor dem Gesetz verstoße. Section 377 des Gesetzes entfällt nach diesem Grundsatzurteil des Delhi High Court, welches für Homosexualität eine Gefängnisstrafe von mindestens 10 Jahren vorsah und Homosexualität als “unnatürliche Liebe” betrachtete.
Das Grundsatzurteil wurde von Lesben und Schwulen als ein Sieg gefeiert, während religiöse Gemeinschaften im traditionell konservativen Land die Entscheidung des Gerichts scharf kritisierten.
Gleichwohl existieren in Indien noch keine Antidiskriminierungsgesetze und auch die Möglichkeit zur staatlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare besteht bisher nicht. In den Großstädten Mumbai, Delhi, Hyderabad und Bengaluru entstehen jedoch zunehmend LGBT Communitys, zudem findet sich dort ein wachsendes Angebot an schwulen und lesbischen Discos und Nachtclubs – wenn auch noch stark eingeschränkt und verdeckt. Im Sommer 2008 fanden die ersten öffentlichen Demonstrationen für die Rechte homosexueller Menschen in den Städten Neu-Delhi und Kalkutta statt, bei denen die Legalisierung von den Demonstranten gefordert wurde.
Inhaltsquelle: (cc) Wikipedia / © Zeit.de, Welt.de
Bildquelle: (cc) – lighttripper


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