Nun ist es also soweit, wir sind angekommen. Vor uns erhebt sich das alte Kraftwerk Vockerode, eine gigantische Industrieruine aus längst vergangenen Zeiten. Wir sind hier, um mit einer Inszenzierung der Compagnie Seyffert in die exzessive Welt des Marquis de Sade einzutauchen. Jenes französischen Adligen, der im 18. Jahrhundert durch sexuelle Gewalt- und Schmerzorgien die Öffentlichkeit erschütterte und von dessem Namen sich “Sadismus” ableitet.
Aus den Vorabinformationen wissen wir, dass das Aktionstheater unter Leitung von Gregor Seyffert (“Weltbester Tänzer” 1997) eine Inszenierung mit und in außergewöhnlicher Atmosphäre bieten möchte. Ok. Vor uns liegen knapp anderthalb Kilometer Wegstrecke; in einem 24.000 Quadratmeter großen Kraftwerkskomplex gilt es 40 Höhenmeter zu überwinden, es erwarten uns 75 Darsteller und 200 Mitwirkende in 3 verschiedenen Akten und Spielorten. Das klingt recht beeindruckend. So stehen wir vor dem Gebäude, als ein Sturm auftritt, und heftig über das Gelände fegt. Blitze zucken bedrohlich am Himmel, Donner grollen tief (–Die Veranstalter scheinen offensichtlich an alles gedacht zu haben–).
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