Oktober 9, 2008

Alles Gute, Herr Fischer

Der österreichische Bundespräsident Prof. Dr. Heinz Fischer feiert heute seinen 70. Geburtstag. Besonderen Dank gebührt ihm für seine jahrelange aktive Unterstützung der Gleichberechtigung von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen.

Bundespräsident Prof. Dr. Heinz Fischer - Vielen Dank an (c) Pertramer

Ein besonderes Anliegen im Verlaufe seiner politischen Karriere ist der aktive und persönliche Einsatz für die Anliegen von Lesben, Schwulen und Transgender. Als erster Nationalratspräsident Österreichs empfing er Vertreter von Homosexuellenorganisationen im Parlament. Er setzte sich auch öffentlich für die Aufhebung des Paragraphen 209 ein.

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August 12, 2008

Im Bett mit Oswalt Kolle

Ein Kurzportrait von Oswalt Kolle, dem deutschen Journalisten und Filmproduzenten, der insbesondere im deutschsprachigen Raum durch seine Filme über die sexuelle Aufklärung bekannt wurde.

Oswalt Kolle, geboren 1928 in Kiel, war in den prüden 60er Jahren der Sexualaufklärer Deutschlands und mit seinen Filmen maßgeblich an der Popularisierung der sexuellen Aufklärung beteiligt. Im Jahr 2000 wurde er von der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung mit der Magnus-Hirschfeld-Medaille für Sexualreform geehrt.

Er ist Verfasser zahlreicher Artikel, Bücher und sonstiger Publikationen über Sexualität. Dein Kind, das unbekannte Wesen war Kolles erstes erfolgreiches Buch. Seine wichtigsten Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und waren auch international erfolgreich. Seit 30 Jahren lebt er in Amsterdam, er hat 3 Kinder und ist verwitwet.

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März 17, 2008

Angst vor den bösen Gays

Äusserungen einer republikanischen Kongressabgeordneten über Lesben und Schwule lösen eine Welle der Empörung aus. Ein Mitschnitt der Rede gelangte an die Öffentlichkeit.

Sally Kern - (c) Oklahoma State House of Representatives Die republikanische Kongressabgeordnete Sally Kern aus Oklahoma hat offenbar große Angst vor Lesben und Schwulen. Diese seien eine “größere Bedrohung als der Terrorismus oder der Islam”, so Kern wörtlich.

In ihrer Rede, die sie auf einer republikanischen Veranstaltung hielt, sagte sie weiter: “Homosexualität hat tödliche Konsequenzen für diejenigen Menschen, die involviert sind.” Lesben und Schwulen litten außerdem unter höheren Selbstmordraten, häufigeren Krankheiten und einer kürzeren Lebenserwartung.

Aufgrund der anhaltenden Kritik am Inhalt ihrer Rede veröffentlichte die Abgeordnete eine Stellungnahme (pdf), in der sie das Recht der Rede- und Meinungsfreiheit hervorhob. Während sie in einem Interview mit News9.com ihre Darstellung und Inhalte verteidigte, schrieb sie in einer Email an PamsHouseBlend.com, ihre Worte seien aus dem Zusammenhang gerissen worden.

Seit Bekanntwerden dieser Rede versuchen Tausende der Abgeordneten nahe zu bringen, dass Homosexualität nicht, wie von ihr proklamiert, die “Nation zerstören wird”. Bis zum Wochenende erhielt die Politikerin über 25.000 Emails, doch sie selbst ist seit Tagen nicht mehr für die Öffentlichkeit zu erreichen.

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August 29, 2007

Schwul sein ist eine Frage der Interpretation

Ob jemand schwul ist oder nicht scheint bekanntlich eine Frage des Blickwinkels und der Interpretationsfähigkeit zu sein. Schwul sind doch eigentlich immer nur die, die beim Sex passiv sind. Alle anderen sind dem entsprechend einfach nur geil darauf, dass sie von allen Geschlechtern attraktiv gefunden werden und ihr Ego sexuell ausleben können. Oder?!

So – oder so ähnlich – nun auch wieder geschehen im Vereinigten Land der Doppelmoral in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dort gibt es nicht nur “Sky-Marshals” in Flugzeugen, die Sicherheit und Ordnung gewährleisten sollen, sondern auch spezielle Zivil-Polizisten in öffentlichen Toiletten. Deren einzige Tätigkeit ist es, Menschen festzunehmen, die auf Toiletten sexuelle Handlungen vornehmen (möchten). Kennen wir ja schon so ähnlich aus dem Lebenslauf des Boy George.

Nun hat sich der Sling die Falle wieder zugezogen: Diesmal bei Larry Craig (62), dem republikanischen Senator von Idaho. Der ist verheiratet, hat 3 Kinder und 9 Enkel, beteuert vehement seine Heterosexualität und überhaupt sei das ja alles nur ein großes Mißverständnis gewesen: Das Versperren der Toilettentür, das Anmachen des Polizisten in Zivil, die eindeutig äh mehrdeutig sexuell-konnotierten Bewegungen und Handlungen und überhaupt, alles eine große Verschwörung, auch das mit den ständigen Gerüchten über seine wahre Sexualität. Er habe einfach nur überreagiert und der Polizist das alles nur vollkommen falsch verstanden.

Wie gesagt, ist alles ja nur eine Frage der Interpretation. Senator Craig hat übrigens bisher alle Gesetze für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen abgeblockt sowie ein Gesetz verhindert, welches die Diskriminierung von Arbeitnehmern aufgrund ihrer Sexualität verboten hätte.

Die Stellungnahme des Senators und den Polizeibericht hat netterweise CNN archiviert. Und die Moral von der Geschicht? Wer am lautesten schreit…

Update: Senator Craig hat aufgrund dieser Affäre seinen Rücktritt zum 30. September 2007 bekannt gegeben.

März 1, 2007

Homophobe polnische Minister

Nachdem bereits der rechtskonservative Präsident Polens, Lech Kaczynski, mehrfach über die europaweiten Gleichstellungsprozesse der Homosexualität gegenüber der Heterosexualität ins Feld zog und eher durch Verbote als durch Anerkennung anderer Lebensweisen in Erscheinung trat, hat nun ein weiterer Minister seine offenkundige Homophobie kund getan.

Beim heutigen informellen Treffen des EU-Bildungsministerrates und während einer Diskussion über gemeinsame europäische Werte platzte dem stellvertretenden Premierminister Polens, Roman Giertych, der Kragen. Lautstark schimpfend zog er über jene europäischen Gesellschaften her, in denen bereits Elfjährige an die Homosexualität gewöhnt würden und Jugendliche an Demonstrationen teilnehmen dürften. Außerdem setzte er die Möglichkeit der Abtreibung mit einem “legalisierten Verbrechen” und “neuer Form der Barbarei” gleich.

Die Mehrzahl der anwesenden Minister reagierten aufgebracht gegen diese “fundamentalistischen Grundsätze”, die in die Welt gesetzt würden und nicht geteilt werden könnten und bezeichneten Giertychs Ausfälle als “intolerant und doktrinär”.

Wir meinen: Ihr knuffig-liebenswürdiges Aussehen und ihre damit verbundene positiv-einnehmende Aura sollten die Kaczynskis nutzen, um dezent ihre Minister zu tätscheln und der weit verbreiteten Homophobie entgegen zu wirken.

 SWR3-Nachrichten