Lesben und Schwule dürfen nun endlich auch in Portugal heiraten. Anfang des Jahres beschloss das portugiesische Parlament ein entsprechendes Gesetz mit den Stimmen der sozialistischen Minderheitsregierung sowie linken Gruppierungen. Der Widerstand im katholisch geprägten Land war vergleichsweise gering und knapp die Hälfte der Bevölkerung sprach sich in Umfragen für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe aus.
Der in der Minderheit regierende Ministerpräsident José Sócrates von der Sozialistischen Partei (PS) übernahm persönlich die Federführung, um die Gesetzesreform zugunsten der Ehe zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Personen durchzusetzen. In seiner Abschlussrede verteidigte er das Recht von Homosexuellen auf eine Eheschließung im Namen von „Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit und Humanismus“ und griff die Opposition an, die statt einer Ehe die Schaffung eines Zivilregisters für gleichgeschlechtliche Paare forderte, welches allein zur Diskriminierung dienen würde.
„Dieser Schritt ist nicht nur für einen Teil der portugiesischen Gesellschaft, die Homosexuellen, wichtig. Er ist für uns alle wichtig, denn dadurch werden wir zu einer besseren Gesellschaft.“ (José Sócrates, Ministerpräsident Portugals)
Gleichzeitig bleibt Lesben und Schwulen in Portugal die Adoption von Kindern verwehrt. Dies sei eine Frage, die nicht das Recht eines Paares betreffe, sondern die Rechte eines Kindes, weswegen auch mit dem neuen Gesetz entsprechende Möglichkeiten der Adoption verweigert werden.
Die katholische Kirche signalisierte relativ frühzeitig, dass sie sich aus der Debatte um die Neuregelung heraushalten werde, weswegen es zu relativ wenigen Protesten kam. Das neue Gesetz soll das jahrzehntelange Unrecht gegenüber Homosexuellen wiedergutmachen, da Homosexualität in Portugal bis 1982 als Straftat behandelt wurde.
Mit Inhalten von AFP, taz


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