Zwischen fünf und zehn Prozent der Weltbevölkerung sind homosexuell. Nach aller wissenschaftlichen Erkenntnis ist Homosexualität ein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal. Weltweit unterliegen Lesben und Schwule jedoch bis heute vielfältigen Formen häufig religiös verbrämter Diskriminierung. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat über diese Themen eine lesenswerte Publikation veröffentlicht.
In den vergangenen Jahren ist eine gesellschaftliche Enttabuisierung des Themas Homosexualität zu verzeichnen. Offen homosexuell lebende Menschen in höchsten politischen Ämtern oder in der Kultur sind kaum mehr eine Schlagzeile wert. Schwule und Lesben organisieren sich und vertreten ihre Interessen in der Zivilgesellschaft und gegenüber der Politik. Zumindest in den Großstädten gibt es immer mehr “Regenbogenfamilien”.
Die nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz mögliche, amtliche Registrierung kommt dem Wunsch vieler Homosexueller nach “Normalität” und Rechtssicherheit entgegen. Aber auch in Deutschland wird Lesben und Schwulen als gesellschaftlicher Minderheit nicht selten mit Angst oder gar Hass begegnet. Ein Coming Out ist, abhängig vom gesellschaftlichen und beruflichen Status sowie vom persönlichen Umfeld, meist noch immer mit einem nicht unerheblichen Risiko verbunden.
Aus dem Inhalt:
- Editorial (Hans-Georg Golz)
- Homosexuelle zwischen Verfolgung und Emanzipation – Essay (Volkmar Sigusch)
- Eine Regenbogengeschichte (Benno Gammerl)
- Diskriminierung von Homo- und Bisexuellen (Melanie Caroline Steffens)
- Homosexualität und Fußball – ein Widerspruch? (Tatjana Eggeling)
- Respekt und Zumutung bei der Begegnung von Schwulen/Lesben und Muslimen (Bernd Simon)
- Homosexualität und internationaler Menschenrechtsschutz (Hans-Joachim Mengel)
- AIDS-Prävention: Erfolgsgeschichte mit offenem Ausgang (Michael Bochow)
Die Publikation der Bundeszentrale für politische Bildung steht zum kostenlosen Download bereit.


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