1969 hatten Lesben, Schwule, Sexarbeiter_innen und transgender Personen in New York genug. Die Polizeirazzien in ihrer beliebtesten Bar erreichten in der Nacht zum 28. Juni ihren Höhepunkt, und keine_r der Anwesenden im Stonewall Inn wollte die Willkür und Brutalität der Staatsmacht länger hinnehmen. Es ging ihnen unter anderem um einen Ort, für den sie auf die Straße gingen und sich zur Wehr setzten. Die Queer Flora erinnert daran mit einer Soliparty.
Auch heute sind Orte jenseits des kommerziellen Gaystreams eine Seltenheit. Die Rote Flora ist für uns einer dieser Orte. Jenseits von pinkem Budget, heterosexueller Matrix und gewohnter Separierung der Szene steht die Flora für etwas anderes: für Selbstausdruck jenseits heteronormativer Strukturen, für Partys mit Inhalt und Anspruch, Atmosphäre und Austausch, für Selbstorganisation und Solidarität. Für ein queeres Hinterfragen gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. Damit so ein Ort existieren kann, braucht es Leidenschaft, Kreativität und Mut. Denn die Flora ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das, was wir alle daraus machen, und dafür stehen wir ein.
Die Erlöse unserer Soliparty geben wir dieses Jahr an “Papiere für alle”, ein FrauenLesbenbündnis in Berlin. Das Geld der Party von 2009 hat die St. Petersburger Organisation Vyhod in die Lage versetzt, ihre juristische Adresse für dieses Jahr zu finanzieren, die Website erneuern zu lassen und einen Rainbow-Flashmob auf die Beine zu stellen – eine mögliche Form von Protest, wenn keine Demonstrationsgenehmigung erteilt wird.
QUEER FLORA Soliparty
Soliparty in der Roten Flora | 7. August 2010, 23 Uhr | Rote Flora, Achidi-John-Platz 1, Hamburg | mit DJ IF, bibibeatgrid, AmIrani, Café Bukarest, dasfilou, Maris, DJ Miss van Biss und subspace


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