November 14, 2008

Queeres Kino aus Frankreich

Im Rahmen der 14. Französischen Filmtage Leipzig/Halle 2008 werden unter der Reihe “Des Anges et des Princesses” vier aktuelle Produktionen zum “Le Coming Out” in all seinen Facetten vorgestellt.

Ausschnitt aus dem Film NAISSANCE DES PIEUVRES | WATER LILIES  - Vielen Dank an zacker-nights.de

Die Filme soll zeigen, dass “queer sehen” allen Freude bringt (oder Schmerz, oder Spass, oder Spannung). Vom 19. bis 26. November 2008 finden die 14. Französischen Filmtage in der Schaubühne Lindenfels & den Passage Kinos Leipzig statt.

Das französische Kino ließ mit Filmen wie z.B. „Les Enfants terribles“ (Jean-Pierre Melville, 1952) oder „Les diaboliques“ (Henri-Georges Clouzot, 1954) schon in einigen seiner Klassikern „queere“ Nuancen entdecken und scheint bis heute seine Vorreiterrolle nicht verloren zu haben.

So fällt uns sofort der fleißige und geniale François Ozon („Gouttes d’eau sur pierres brûlantes“ 2000) ein, oder Olivier Ducastel und Jacques Martineau („Ma vraie vie à Rouen“, 2002) die es mit „Crustacés et coquillages“ (2006) sogar schwul in den Mainstream schafften.

Die aktuelle queere Reihe besteht aus folgenden vier Produktionen:

NAISSANCE DES PIEUVRES | WATER LILIES
FRANKREICH 2007 | 81 Minuten, Original mit Untertiteln

Laue Sommernächte im Vorstadtbad: Die fünfzehnjährige Marie ist verliebt. Sie schwärmt fürs Synchronschwimmen und für die hinreißend schöne Floriane, den Star der Gruppe. Die Königin in Körperbeherrschung und Anmut ist eine echte „femme fatal” und wickelt die Jungs routiniert um den Finger. Dritte im Bunde ist Maries beste Freundin Anne. Etwas pummeliger als ihre grazilen Kolleginnen träumt sie vom ersten Mal und sehnt sich danach, den hübschen François zu verführen. Eingefrorenes Synchronschwimmerlächeln und aufwallende Gefühle: Im Sommerbad entwickelt sich ein dichtes Drama um Freundschaft und erwachende Sexualität, eine Geschichte vom Erwachsenwerden. Céline Sciammas Regiedebüt erzählt mit reduzierter Sprache und stummen Blicken der Mädchen von der „Grausamkeit dieses Lebensabschnitts“.

Sonntag 23.11.2008, 22 h & Montag 24.11.2008, 21 h & Mittwoch 26.11.2008, 19 h

LES CHANSONS D’AMOUR | CHANSON DER LIEBE
FRANKREICH 2007 | 100 Minuten, Original mit Untertiteln

Ismaël und Julie sind ein Paar, doch Routine und Langeweile haben sich in ihre Beziehung geschlichen. Eine „Ménage à trois” soll das triste Liebesleben wieder aufwerten. Also schlüpft Ismaëls Arbeitskollegin Alice von nun an mit den beiden unter die gemeinsame Bettdecke. Das klärt die Fronten jedoch nur Vorübergehend, denn bald schlägt das Schicksal hart zu und entreißt ausgerechnet Julie dem neuen Bunde. Sie stirbt an den Folgen einer Hirnblutung. Ismaël stürzt in eine schwere Krise. Erst als der viel jüngere Erwann in sein Leben tritt, schimmert wieder Hoffnung am tristen Horizont. Christophe Honorés Film ist eine musikalische Liebeserklärung an das Leben. Ein wunderbar besetztes Schauspielensemble besingt mit Chansons aus der Feder von Alex Beaupain das schönste Thema der Welt.

Donnerstag 20.11.2008, 20 h & Freitag 21.11.2008, 18 h & Samstag 22.11., 22 h

L’HOMME DE SA VIE | DER MANN MEINES LEBENS
FRANKREICH 2006 | 114 Minuten, Original mit Untertiteln

Frédéric ist zufrieden mit seinem Leben – bis er eines Tages den charismatischen Hugo kennenlernt, der in ihm eine große Sehnsucht weckt. Mit seinen Mitte dreissig hat Frédéric alle Ziele erreicht: Erfolg im Beruf, eine liebevolle Ehefrau und einen Sohn, der ihn vergöttert. Wie jedes Jahr verbringt die kleine glückliche Familie ihre Ferien im Sommerhaus. Eines Abends lädt Nachbar Hugo zum gemeinschaftlichen Essen. Hugo ist schwul und geht offen damit um. Nach dem Essen vertiefen sich die beiden Männer in ein intensives Gespräch und diskutieren bis in die frühen Morgenstunden über verschiedene Lebensentwürfe. Hugos unkonventionelles Leben fasziniert Frédéric. Er beginnt sein geregeltes, harmonisches Dasein von Grund auf in Frage zu stellen.

Donnerstag 20.11.2008, 22 h & Freitag 21.11.2008, 22 h

LE NOVEAU MONDE | NEUE WELT ZU DRITT
FRANKREICH 2006 | 92 Minuten, Original mit Untertiteln

Etienne Dhaenes himmlisch temporeiche Komödie erzählt von einer lesbischen Liebe in den neuen Zeiten des Kinderwunsches und der Regenbogenfamilien. Beim Karaoke-Abend macht Lucie ihrer großen Liebe und langjährigen Lebensgefährtin einen Baby-Antrag: “Ich will ein Kind mit Dir!” trällert sie ins Mikro. Doch Freundin Marion steht dem Fortpflanzungsdrang weit weniger enthusiastisch gegenüber, ahnt sie doch, was fortan auf der Tagesordnung steht: strenge Adoptionsvermittlerinnen, die Fahndung nach einem geeigneten Samenspender, Kuppelversuche des Freundinnenkreises und Castings abgabebereiter Kandidaten. Die technischen Details müssen geklärt werden – wie kommt der Samen zur Eizelle? Und es stellen sich Fragen à la “Wie sage ich es den zukünftigen Großeltern?” und “Wie gehe ich mit dem biologischen Vater um, wenn er wider Erwarten intensivere Vatergefühle entwickelt?” Und welche Rolle spielt eigentlich Marion bei der ganzen Sache? Vater, Mutter oder keine? Mit einer reichlichen Portion französischen Charmes zeigt der Film, ob und wie die beiden Frauen kleine und große Krisen auf dem Weg zum gemeinsamen Kind meistern.

Mittwoch 26.11.2008, 19.30 h

KONTAKT + ADRESSEN

Schaubühne Lindenfels
Karl-Heine-Str. 50
04229 Leipzig
Michael Ludwig: 0341 4846212

Passage Kinos Leipzig
Hainstraße 19a / Jägerhof-Passage
04109 Leipzig
Petra Klemann: 0341 2173862

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