August 7, 2008

Schamloses Verderben

Das in Berlin erscheinende deutsch-arabisch-türkische Magazin “al-Salam” veröffentlicht einen Hetzartikel radikaler Muslime gegen Schwule und ruft eine Welle der Empörung hervor.

Der besagte Artikel erschien unter dem Titel “Ein fleischfressendes Bakterium und geschlechtliche Anormalität” in der April-Ausgabe des in Berlin erscheinenden Magazins vom Najjar Verlag. 

Der Autor Muhammed Lujain al-Zayn erklärt in seinem Beitrag, dass Homosexuelle “von tödlichen Krankheiten befallen werden” zumindest aber “im Jenseits für ihre Handlungen auf das Schärfste bestraft” würden. Er beruft sich in seinen Ausführungen auf den Propheten Muhammed und dessen Ankündigungen über Strafen und Krankheiten, die “Anormale” (Homosexuelle, Anm.d.R.) befallen würden.

Eine medizinische Studie belege, dass “sexuell anormale Männer besonders häufig von einer neuen Form eines Bakteriums betroffen sind, dass unter dem Namen ‘Menschenfleischfressendes Bakterium’ bekannt geworden ist.”

“Die muslimischen Brüder seien daher daran erinnert, einem Homosexuellen nicht die Hand zu schütteln, denn man weiß nie, was für Bakterien und Keime sich an seiner Hand befinden und Verderben bringen könnten. Ich rate dazu, sich von denjenigen fern zu halten, die solche Handlungen begehen, denn diese Handlungen entsprechen nicht unserer natürlichen Veranlagung.” (Muhammed Lujain al-Zayn)

Muhammed Lujain al-Zayn listet in dem auf arabisch verfassten Text gefährliche Krankheiten auf, die schwule Männer bekämen. Illustriert ist der Artikel mit abscheulichen Fotos von Hautkrankheiten. Schließlich ruft Muhammed Lujain al-Zayn dazu auf, Homosexuelle zu ächten, indirekt rechtfertigt er auch das angebliche Tötungsgebot des Propheten. Wörtlich heißt es in dem Artikel unter anderem: “[...] der Prophet bekräftigte in mehreren Hadithen, dass homosexuelle Männer zu töten seien.”

Der LSVD Berlin-Brandenburg hat eine Presseerklärung veröffentlicht, in der er die Redaktion von “al-Salam” auffordert, sich von dem Artikel zu distanzieren. Der LSVD fordert weiterhin den Integrationsbeauftragten Günter Piening auf, “einen Dialog zwischen muslimischen Organisationen und schwul-lesbischen Verbänden zu initiieren, in dem die Homosexuellenfeindlichkeit problematisiert wird.” Ziel müsse es sein, gemeinsame Maßnahmen zur Bekämpfung von Homophobie zu entwickeln. Ein geeignetes Forum dafür wäre das Islamforum.

(Quelle: LSVD, al-Salam)

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