Mai 18, 2009

Unterdrückung in Russland

So schön friedlich und tolerant könnte es vor dem Gebäude der Moskauer Universität aussehen, wenn es nach dem Willen russischer homosexueller Aktivisten ginge. Doch leider ist auch heute noch die Realität in Russland eine Andere. Lesben und Schwulen werden grundlegende Bürgerrechte verweigert und ihre öffentlichen Demonstrationen brutal unterdrückt.

Die öffentliche Kundgebung, die nur wenige Stunden vor dem Finale des Eurovision Song Contests in Moskau stattfand, sollte für gleiche Rechte homosexueller Bürger in Russland werben. Dazu ist es leider nicht gekommen. Nur wenige Minuten nach Beginn der Demonstration schritten Polizisten ein und verhafteten die rund 30 Teilnehmer, denen es gelang, bis zum eigentlichen Demonstrationsort und somit zu den Augen der Weltöffentlichkeit durchzukommen.

Den staatlichen Behörden war diese Demonstration schon lange ein Dorn im Auge. Russland wollte mit dem Eurovision Song Contest ein weltoffenes Bild der Gesellschaft inszenieren, bei denen Protestkundgebungen den schönen Schein nicht trügen durften. Alle Versuche einer legalen Anmeldung der Demonstration scheiterten. Dies ist nicht wirklich verwunderlich, wenn sogar der einflussreiche Moskauer Bürgermeister homosexuelle Neigungen als teuflisch empfindet.

Auf Seiten der Eurovisionsteilnehmer gab es hierzu große Kritik. Noch Stunden vor dem Finale erklärten einige Künstler, dass sie nicht auftreten werden, sollte die Demonstration aufgelöst werden. Kein Wunder, da viele Künstler selbst schwul oder lesbisch sind. Wie erwartet wurde die Demonstration aufgelöst und auch der Protest der Künstler verhallte. Große Worte und große Taten waren in der Geschichte schon immer zwei verschiedene Dinge.

Bleibt zu hoffen, dass nach dem europäischen Sangeswettbewerb etwas mehr in Russland bleibt, als der überwältigende Sieg des norwegischen Sängers. Einige deutsche Poliker, beispielsweise Volker Beck, setzen sich aktuell für die Freilassung der inhaftierten Aktivisten ein. Doch auch danach muss der Kampf um eine Gleichbehandlung aller Homosexueller auf unserem Globus weitergehen.

Inhaltsquelle: Andreas Neitzel
Bildquelle: [M] Andreas Neitzel

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